2. GitHub Copilot Dev Day – Ulm

Die zweite Runde: weniger Aufbruchstimmung, mehr Betriebspraxis.
Im Mai haben wir gezeigt, was mit KI-Agenten in der Entwicklung möglich ist. Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen, und die Fragen im Raum haben sich verschoben. Es geht nicht mehr darum, ob Agenten Code schreiben können. Es geht darum, was passiert, wenn sie es unbeaufsichtigt tun: Wie weit lässt man sie? Was davon trägt im Alltag? Und wer räumt hinterher auf?
Am 1. Oktober bringen Xebia und Innolizer den GitHub Copilot Dev Day zum zweiten Mal nach Ulm. Drei Vorträge, drei Perspektiven aus dem echten Betrieb: wie ein KI-Unternehmen selbst entwickelt, autonome Cloud Agents und KI in der eigenen Infrastruktur. Danach Pizza, Getränke und Zeit für die Gespräche, wegen denen man eigentlich kommt.
Programm

Anthropic
⚙️ Vortrag 1 · Lukas Pollmann (Anthropic)
Wie Anthropic Software baut: KI von der ersten Idee bis zum Release
Zwölf Monate Erfahrung aus der eigenen Entwicklung
Lukas Pollmann ist Member of Technical Staff bei Anthropic, dem Unternehmen hinter Claude, und dort Gründungsmitglied des Applied-AI-Teams in der DACH-Region. Sein Weg dorthin passt zu diesem Abend besser als jeder Lebenslauf, den man sich ausdenken könnte: fünf Jahre bei Microsoft, zuletzt als Technical Evangelist für Cloud und Machine Learning, danach drei Jahre bei GitHub als Senior und Principal Solutions Engineer, anschließend gut drei Jahre bei Google Cloud, wo er Medienunternehmen betreute und als Generative AI Ambassador unterwegs war. Nebenher hat er an der Hochschule München Software Engineering gelehrt und an der TU München den Computer Science Club gegründet.
Damit bringt er eine Perspektive mit, die man selten aus erster Hand hört: wie ein Unternehmen, dessen Produkt KI ist, die eigene Softwareentwicklung damit betreibt.
Wie viel KI steckt tatsächlich in der Entwicklung eines KI-Unternehmens? In diesem Vortrag zeigt Lukas, an welchen Stellen der Entwicklung KI bei Anthropic heute wirklich im Einsatz ist, von der Planung über das Schreiben und Testen bis zum Betrieb, mit welchen konkreten Ergebnissen, und wo trotz aller Werkzeuge noch Potenzial liegt.
Den Kern bilden die Learnings der letzten zwölf Monate. Was sich durchgesetzt hat, was wieder verworfen wurde, und was sich davon auf Teams übertragen lässt, die nicht bei einem KI-Labor arbeiten.

Xebia
🤖 Vortrag 2 · Michael Kokonowskyj (Xebia)
Von IntelliSense zum autonomen Cloud Agent: Wie Copilot sich langsam von der Leine losreißt
Michael war schon im Mai dabei und kommt mit dem nächsten Kapitel zurück. Als Azure Cloud & AI Architect und Microsoft Certified Trainer bei Xebia begleitet er Unternehmen durch Cloud- und KI-Transformationen, davor neun Jahre bei Microsoft als Senior Consultant. Angefangen hat er als .NET-Entwickler bei artiso in Ulm, Bachelor an der TH Ulm. Jemand, der weiß, wie Software wirklich entsteht.
Es begann ganz harmlos: Copilot vervollständigte brav unsere Zeilen, während wir uns fühlten, als hätten wir einen sehr fleißigen Praktikanten an der Seite. Dann kam Copilot Chat in die IDE, und plötzlich konnten wir dem Praktikanten auch noch Fragen stellen. Und jetzt? Jetzt schickt man dem Praktikanten eine Aufgabe per Handy vom Sofa aus, macht sich einen Kaffee, und wenn man zurückkommt, liegt ein fertiger Pull Request da. Willkommen bei GitHub Copilot Cloud Agents.
In diesem Talk zeichnen wir nach, wie Copilot sich vom Autocomplete-Tool zum eigenständig arbeitenden Cloud Agent gemausert hat, der völlig unabhängig vom lokalen Rechner Aufgaben erledigt. Wir zeigen, wie man diese Agents im Alltag zum Laufen bringt und, mindestens genauso wichtig, wo man ihnen besser nicht blind vertraut. Denn ein Agent, der nachts unbeaufsichtigt Code schreibt, ist ungefähr so beruhigend wie ein Teenager mit den Autoschlüsseln: theoretisch kann das gut gehen.
Zum Schluss schielen wir noch kurz über den Tellerrand zu anderen Anbietern, die versuchen, dasselbe Kunststück hinzubekommen. Schließlich will niemand der Einzige auf der Party sein, der über Cloud Agents redet, ohne die Konkurrenz zu kennen.

Innolizer
🛠️ Vortrag 3 · Matthias Rink (Innolizer)
Infrastructure as Conversation: Wenn der KI-Agent deine Server betreibt
Ansible, Claude Code und eine Dokumentation, die endlich stimmt
Matthias ist Gründer und Geschäftsführer der Innolizer GmbH in Ulm. Über 13 Jahre bei artiso solutions, angefangen als .NET-Entwickler, zuletzt als Prokurist und Leiter Digitale Innovation. Seit der Gründung von Innolizer entwickelt er Innovationen und setzt für Kunden Prozessautomatisierungen um. Er betreibt einen großen Teil der eigenen Infrastruktur selbst: Server, Dienste, Deployments, Backups.
Infrastructure as Code ist seit Jahren der richtige Weg und scheitert in kleinen Teams trotzdem regelmäßig an derselben Stelle: Niemand hat Zeit, den Ist-Zustand sauber in Playbooks zu gießen, und die Doku ist drei Monate nach dem letzten Umzug Fiktion. In diesem Vortrag zeigt Matthias, wie sich das mit KI-Agenten ändert. Wie aus einem gewachsenen Server ein reproduzierbares Ansible-Setup wird, wie Claude Code dabei nicht nur Playbooks schreibt, sondern den bestehenden Zustand erst einmal versteht, und warum die Dokumentation dabei vom lästigen Nebenprodukt zur eigentlichen Steuerungsebene wird.
Dazu die unbequemen Teile: Wo der Agent selbstbewusst Unsinn baut, welche Guardrails es braucht, bevor jemand –become in die Hand bekommt, und was man niemals ohne Review ausführen sollte.
Kein Referenz-Setup aus dem Whitepaper, sondern die Infrastruktur, auf der Innolizer tatsächlich läuft.
🍕 Pizza & Networking
Nach den Vorträgen ist Zeit für Gespräche bei Pizza, Getränken und guter Gesellschaft. Tausch dich mit anderen Entwicklerinnen und Entwicklern aus der Region aus, die dieselben Fragen beschäftigen wie dich.
Fakten auf einen Blick
| 📅 Datum | Donnerstag, 01. Oktober 2026 |
|---|---|
| ⏰ Beginn | 16:00 Uhr |
| ⏱️ Dauer | ca. 2,5 Stunden Programm + gemeinsames Abendessen |
| 📍 Ort | CAMPUS M. Home of Safety · Pappelauer Straße 43 · 89134 Blaustein |
| 🎟️ Eintritt | Kostenlos, Anmeldung notwendig |
| 👥 Veranstalter | Xebia & Innolizer |
Für wen ist das?
Für Software-Entwickler:innen, Tech Leads, DevOps- und Platform-Leute und alle, die KI-Werkzeuge nicht nur ausprobieren, sondern verantworten müssen. Vorkenntnisse mit GitHub Copilot sind hilfreich, aber kein Muss. Wer beim ersten Dev Day dabei war, findet hier den logischen nächsten Schritt; wer neu dazukommt, braucht ihn nicht.
Warum teilnehmen?
Der Sprung von „KI hilft beim Coden“ zu „KI arbeitet eigenständig in unseren Systemen“ ist in den letzten Monaten passiert, und zwar schneller, als die meisten Prozesse hinterherkommen. Kostenkontrolle, Nachvollziehbarkeit und Betriebssicherheit sind keine Themen für später mehr.
Dieser Abend gibt dir Einblicke von Leuten, die genau das täglich machen. Direkt vor deiner Haustür, in Ulm.
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Mehr Plätze als beim letzten Mal, aber nicht unbegrenzt. Melde dich an, solange welche frei sind.
Zu Gast bei AST
Der Dev Day findet diesmal nicht in unseren Räumen statt, sondern auf dem CAMPUS M. Home of Safety in Blaustein. Dank unseres Partners AST können wir deutlich mehr Leute einladen als im Mai, als der Platz das Limit war.
AST qualifiziert Bediener, Befähigte Personen und Ausbilder und übernimmt die externe Arbeitssicherheitsbetreuung, mit über 20 Jahren Erfahrung und mehr als 50.000 Schulungsteilnehmenden. Gemeinsam mit AST entwickelt Innolizer SafetyGO.
Der Ulmer Dev Day wird von Xebia und Innolizer ausgerichtet.